

















23 Mai
Direkt nach dem Weihnachtsfest rief die Pazifikküste: „Ven Juanito! Te espero.“ Das konnte ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen. Im Nachtbus ging es von der Hauptstadt nach Puerto Lopez. Doch anstatt entspannt zu schlafen, hat mich eine Grippe voll erwischt und die auf gefühlte -20° c gestellte Klimaanlage tat meinem Körper auch nicht so gut. Als ich dann um 5 Uhr morgens ankam, wollte ich nur noch in ein bequemes Bett. Die Nacht war aber nach 3 Stunden schon wieder vorbei und ich habe mich dummerweise dazu überreden lassen mit auf eine Insel zu fahren. „La isla de la plata“ gilt als Galápagos für den armen Mann. Leider habe ich von dem Galápagos nicht viel mitbekommen, weil ich zu schwach zum Laufen und somit zum Besichtigen der Insel war. Ich habe es nur bis zum ersten Vogel geschafft und dann wollte ich mich in eine Hängematte legen, die leider kaputt war. Deswegen habe ich mich in ein Bett von einer jungen Forscherin legen dürfen, die mir dann auch noch eine Schmerztablette gegen die Kopfschmerzen lieferte. Wieder zurück auf dem Festland habe ich mich wieder schlafen gelegt, um mich auszukurieren.


Wieder gesund ging es nach Canoa. Der Strand war einfach nur wunderschön diesmal konnte ich es auch geniessen bis mich am dritten Abend kurz vor Sonnenuntergang ein Krebs gezwickt. Das hört sich jetzt lustiger an, als es in Wirklichkeit war. Es hat höllig wehgetan. Ein Freund hat die Wunde gereinigt und sie mit Jod desinfiziert. Seitdem hasse ich Krebse.



Letzte Station auf dem Küstenurlaub war dann Atacames. Ein sehr touristischer Ort, der für hohe Wellen bekannt ist. Zu Neujahr gibt es jedes Jahr Tote, da sich Betrunkene ins Meer werfen und nicht die Kraft haben zurückzuschwimmen. Hier haben wir übrigens dann auch Silvester gefeiert. Es gibt einen Brauch, dass man eine Puppe von einem Mensch macht, dem man helfen will seine schlechten Geister loszuwerden. Diese Puppe wird dann verbrannt und man springt über das kleine Lagerfeuer. Deswegen war der ganze Strand voller kleiner Feuer. Nicht so viele Böller, aber Feuerwerk gab es auch.
Auf den Bildern unten könnt ihr eine Sandburg von einem Künstler sehen und Franz wie er sich genüsllich einen Batido de Coco reinpfeift. Die waren sehr lecker, einziger Nachteil war der unvermeidbarer Durchfall danach. Das war es aber wert.


23 Mai
Wie feiert man bitteschön bei 30° c, ohne Schnee und in kurzen Sachen Weihnachten? Mir ist es sehr schwer gefallen, da es weder Weihnachtsfeeling noch die üblichen Bräuche gab. Zumindest gab es ein Christspiel, zu dem Franz, ich und ein amerikanischer Freiwilliger eingeladen wurden, weil wir der Gemeinde einen riesigen Sack Süssigkeiten für die Kinder zu Weihnachten gekauft haben. Dieser wurde dann nach dem Krippenspiel an die kleinen Kinder ausgeteilt, die sich ganz sehr gefreut haben und sich mit einer Umarmung bei uns bedankten. Nach einem Foto mit den Lehrern ging es dann wieder in meine Gemeinde, wo die Vorbereitungen schon auf Hochtouren liefen.


Die Jugendlichen meiner Gemeinde haben 2009 zum zweiten Mal ein wunderbares Weihnachtsfest vorbereitet. Zuerst mussten Sponsoren gefunden werden, die das Essen (siehe unten Mitte) und die Preise für die Spitze des „Weihnachtsbaums“ (siehe unten links) und das Spiel „Romper la Piñata“ (siehe unten rechts) bezahlen. Das Weihnachtsfest war hauptsächlich für die älteren Leute ausgerichtet, da diese meistens vergessen wurden. Ihnen wurde Essen serviert und sie mussten ein paar Tontöpfe mit verbunden Augen zerschlagen. Das war sehr lustig, weil sie teilweise wie wild um sich geschlagen haben, ohne auch nur in der Nähe des Ziels zu sein. Als das geschafft war, wurden die Aufgaben unter den Jugendlichen verteilt. Ich war für das Essen zuständig, was nach 2 Stunden in Form von Eierkuchen und Quarkspitzen fertig war. Es hat allen geschmeckt, obwohl das Apfelmuss für die Quarkspitzen genommen wurde und der Puderzucker komplett weggelassen wurde. Danach tanzten alle ausgelassen bis Mitternacht zur Livemusik. Auch wenn es kein gewöhnliches Weihnachtsfest war, hat es mir ganz viel Spass gemacht.



23 Mai
Kurz vor Weihnachten ist der Urgrossvater meiner Gastgeschwister gestorben. Auf der einen Seite war es sehr traurig, auf der anderen Seite war sehr interessant was zwischen Tod und Beerdigung alles veranstaltet wird. Es wurde ein grosses Zelt aufgebaut, gespielt und natürlich getrauert. Die Familie musste für alle Gäste Essen und Trinken zubereiten und jeder Gast hat einen Blumenstrauss gebracht.

4 Dez
Mit einem eigenen Bus wurden wir, das sind 21 Freiwillige, Vertreter von anderen Ländern Lateinameriaks und unsere 3 Begleitpersonen der Partnerorganisation, in ein Nobelviertel ausserhalb von Quito gefahren. Dort empfingen uns Kellner und Hausfrauen und versorgten uns regelmässig mit kleinen Häppchen und Saft, Wasser, Wein, Champagne, Bier, Wodka und Whiskey. Wir redeten den ganzen Abend über unsere Projekte, informierten uns über die anderen Länder und wie alles beim DED funktioniert. Ein sehr interessanter Abend, der dann im Bus mit leicht angetrunken und singenden männlichen Freiwilligen seinen Höhepunkt fand. Ein nicht ganz so perfektes Benehmen, aber sie sind ja noch, also sollte man sie auch lassen.