In diesem Artikel werden grössten Teils nackte Fakten stehen, die aber bis jetzt einen mehr oder weniger wichtigen Part für meinen Aufenthalt in Ecuador spielen.
Verkehr – tráfico
Die Strassen sind grösstenteils sehr holprig mit vielen kleinen “Hügeln”, die ich schon aus Irland kannte. Die “Hügel” dienen dem Regulieren des langsam Fahrens, weil die Fahrer zuvor abbremsen müssen, um ihrer Autos und sich zu schützen. Einmal wäre ich fast von der Ladefläche eines Pickups geflogen, als die Fahrerin etwas zu schnell über so einen “Hügel” gefahren ist. Da wären wir schon bei den Pickups, die hier den Verkehr zusammen mit den zahlreichen Taxis und den Bussen bestimmen. Über die Hälfte der Autos sind von der Marke Chevrolet, die in Deutschland eine eher nicht so wichtige Rolle spielt. So gibt es z.B. den Chevrolet Corsa sehr häufig. Ist Corsa nicht eigentlich von Opel? Macht nichts. Damit es sich besser verkauft, wird einfach ein Chevroletzeichen angebracht.
Geld – dinero
Verglichen mit den Deutschen sind die Ecuatorianer in manchen Bereichen verschwenderisch oder grosszügiger. So kaufen sie auf Festen viel mehr an Essen, Süssem und Trinken als das zu Hause der Fall ist. Ebenso wird bei jedem Betteln der Kinder nachgegeben und eine Cola, ein Eis oder Sonstiges gekauft. Anders könnten sich die massenhaften kleinen Läden auch nicht über Wasser halten. In meiner schätzungsweise 4000 Seelen Stadt gibt es mindestens 20 kleine Läden, für alles was das Herz begehrt, aber nicht einen Supermarkt. Die Leute geniessen das Leben einfach viel mehr und machen sich deswegen auch nicht so viele Sorgen um ihr Geld.
Die Busse und Taxis sind aber sehr preiswert, da man für 25 ct mit dem Bus im Umkreis von ungefähr 30km die beiden grossen Orte erreicht und für 1,25 $ mit dem Taxi in ganz Cotacachi und Umgebung hinkutschiert wird. Eine Gallone Super kostet an der Tankstelle 1,95 $ – wer das in € und Liter umrechnen will, kann mir dann gerne schreiben. Von den öffentlichen Verkehrsmitteln machen die Leute deswegen auch häufig Gebrauch.
Aufgrund der Dollarisierung im Jahr 2000 sind die Preise ansonsten höher als in den Nachbarländern. Für eine 200 g Packung Chips habe ich im Laden 1,75 $ bezahlt. Obst auf den Märkten ist hingegen sehr günstig.
Sauberkeit
Die Hygiene beim Essen lässt oft zu wünschen übrig und das Abwaschen muss häufig noch einen Tag warten – Leben geniessen geht vor. Am Strassenrand, in den Städten und der Natur finden sich viele Plastiktüten und anderer Müll. In meiner Stadt Cotacachi war z.B. der halbe Park nach einem Fest voller Müll, obwohl aller 10m ein Mülleimer stand. Die Stadtreinigung ist hingegen um die Sauberkeit jeden Tag bemüht.
Rolle der Natur – la naturaleza
Die Landschaft ist hier in den Anden wunderschön und deswegen auch für jeden Touristen und Einheimischen ein Grund sie so oft wie möglich zu besichtigen. Die Berge, Lagunen und Wasserfälle sind einfach traumhaft. Ansonsten gibt es im Gegensatz zu Deutschland viel Wildwuchs am Strassenrand und natürlich an den Bergen. Zum Teil werden grosse Flächen abgebrannt, um diese spatter für die Landwirtschaft nutzen zu können. Es gab aber auch schon ein grosses unkontrolliertes Feuer, dass von viele Leute der Region versuchten einzudämmenmen. Der Regen erledigte einen Tag später das, was über 30 Personen nicht schafften. Wie auch, wenn es nur Macheten als Werkzeug gab.
Medien – medias
Fernsehr und Computer sind in meiner Gastfamilie der scheinbar einzige Zeitvertreib. Beim Aufstehen läuft schon der Fernsehr, wenn man von der Schule kommt wird sich erst einmal vor den Flimmerkasten gesetzt. Sollte dieser jedoch durch durch ein anderes Familienmitglied besetzt sein, begibt man sich halt an den Computer und spielt irgendwelche sinnlosen Spiele im Internet. Bücher lesen habe ich bis jetzt noch kein Kind gesehen. Im Büro haben wir übrigens auch einen Fernsehr auf dem jeden Morgen nur Mist angeschaut wird. Neben dem Fernsehr liegen aber auch jeden Tag Zeitungen auf dem Arbeitsplatz meines Kollegen.
Schule – escuela
Jede Schule hat ihre eigenen Uniformen und gegen Mittag strömen dann alle aus ihren Schule und laufen nach Hause. Die Kinder aus meiner Gastfamilie nehmen die Schule nicht immer ganz ernst. Die Hausaufgaben werden schlampig erledigt und abgesehen von der kurzen Frage “Hast du deine Hausaufgaben gemacht?” passiert seitens der Eltern auch nicht so viel. Der Vater arbeitet den ganzen Tag und die Mutter hat wirklich viel zu tun, weil die Kinder in den seltensten Fällen im Haus mithelfen. Fernsehen und Computer spielen ist wichtiger. Beim Vorbereiten einiger Schulhefte für die kleineren Geschwister konnte mir der älteste Sohn nicht einmal sagen, was in den Fächern Sozialkunde und Naturwissenschaften – meine freie Übersetzung – genau behandelt wurde. In Sozialkunde behandeln sie angeblich die Planeten und müssen Karten lessen. Alles sehr schwammig^^.





